Rheumaforum in Mannheim: Versorgungssituation in der Rheumatologie – Ist der Teufelskreis durchbrochen?

 

In Mannheim diskutierten am
20. September 2013 Rheumatologen und Beteiligte aus dem Gesundheitswesen unter der Moderation von Anouschka Horn vom Bayerischen Rundfunk die aktuelle Versorgungssituation in der Rheumatologie und die notwendigen Änderungen der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen.

 

 

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie Professor Matthias Schneider und Kongresspräsident Professor Hannes Lorenz wiesen gleich zu Beginn des Forums darauf hin, dass insbesondere mit der neu gestalteten ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) im letzten Jahr die ersten Schritte zu einer grundlegenden Verbesserung der Versorgungssituation rheumatologisch erkrankter Patienten gemacht worden seien. Zu verdanken sei das vor allem der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) und der ehemaligen bayrischen Fraktionsvorsitzenden Christa Stewens (CSU). "Das ist ein erster Schritt, um den Teufelskreis der Unterversorgung zu durchbrechen", brachte es Renate Schmidt auf den Punkt, "auch wenn die Umsetzung in die tägliche Praxis sich noch weit in das Jahr 2014 erstrecken wird."

 

Ein weiterer, wichtiger Unterstützer dieser Bemühungen ist der bisherige gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU Jens Spahn. Obwohl mitten im Wahlkampf, ließ er sich der Veranstaltung telefonisch zuschalten und versicherte den rund 250 Zuhörern, dass er sich weiter aktiv für die  Verbesserung der Versorgungssituation einsetzen wolle, indem er die Umsetzung der ASV aktiv vorantreiben und an dem Grundsatz "Wer kann, der darf" festhalten werde.

 

Ob allerdings schon von einem neuen " Versorgungs-Straßennetz" für die Rheumatologen und ihre Patienten gesprochen werden kann, bezweifelten der Kardiologe Dr. Hans-Friedrich Spies, Stellvertretender Präsident des Bundes der Internisten und Experte für die ASV im Gemeinsamen Bundesausschuss, und Rechtsanwalt Prof. Dr. Dr. Christian Dierks. Sie beschrieben das "Bauvorhaben" als vielversprechendes Projekt, an dem allerdings noch einige Detailarbeit zu leisten sei. Aber die grundsätzlichen Konturen seien zu erkennen.

 

Auch ein weiterer Aspekt des "Teufelskreises" wurde beleuchtet: der Hausarzt, der den Patienten schnell und richtig diagnostizieren muss. Eberhard Mehl, der Hauptgeschäftsführer des Dt. Hausärzte-Verbandes, diskutierte mit den Rheumatologen seinen vielbeachteten Vertragsentwurf, mit dessen Hilfe er die Versorgung von Rheuma-Patienten an der Schnittstelle vom Hausarzt zum Facharzt verbessern will.

 

Ihren Höhepunkt fand die Veranstaltung allerdings in einem fulminanten Aufruf der Politikerinnen Schmidt und Stewens an die Rheumatologen, ein Aktionsprogramm aufzustellen und weiterhin hartnäckig für ihr Anliegen zu kämpfen, nämlich endlich etwas zu Gunsten der Patientenversorgung zu erreichen. "Der Teufelskreis ist noch nicht durchbrochen. Aber wir werden an Ihrer Seite stehen und Sie auf Bundes- und Landesebene unterstützen." versprachen sie den begeisterten Veranstaltungsteilnehmern.